Evidence Synthesis and Methods of Environmental Epidemiology – Bericht über den Besuch eines Mastermoduls Epidemiologie in Turin, Italien

Unterstützt durch VEBIK e.V. habe ich ein Modul des Master in Epidemiologie der Universität Turin besucht. Es haben insgesamt 4 Studierende aus Mainz an dem Modul unter dem Titel „Topics in Epidemiology 2 – Evidence synthesis and causal inference“ teilgenommen. Der 5-tägig Kurs fand vom 06.-10.05.2024 im Arsenale della Pace in Turin statt, einem früheren Militär-Arsenal, das umgebaut mittlerweile als sozio-kulturelles-Zentrum dient und von der christlichen Vereinigung SERMIG über lange Jahre in Gemeinschaft entwickelt wurde.

Arsenale della Pace

Auf dem Gelände waren mit einem Hostel (zur Unterbringung der national und international anreisenden Studierenden und Dozent*innen), einem Vortragssaal (für den Kurs selbst), einer Mensa und einem Café (inklusive kostenlosem Mittagessen, Espresso, Kuchen und Saft) alles Notwendige bis Luxuriöse vorhanden und mit kurzen Wegen alles gut erreichbar.

Dolce Vita in a nutshell – die tägliche Kurszeit von 9 – 18:30 Uhr wurde durch die 3 Espresso-reichen Pausen in dem wunderschönen bewachsenen Innenhof auch deutlich versüßt.

Epidemiologie und Dolce Vita – hohe Korrelation vorhergesagt!

Thematisch begann die Woche mit „Evidence synthesis“ am Beispiel des IARC-Monograph-Programms, der Dozent hatte langjährige Erfahrung mit den IARC-Monographs durch Leitung des Programms. Wir bekamen so aus erster Hand die dort verwendeten Ansätze der „Evidence Synthesis“ erklärt, sowie ihre Kontrastierung zu Ansätzen aus z. B. Systematischen Reviews.

Erweiternde Themen der ersten beiden Tage umfassten den Bezug der Evidenz-Synthese zu kausaler Inferenz und mögliche Probleme, Conflicts of Interest, historische Entwicklung der Forschung zu wichtigen Kanzerogenen und wurden abgeschlossen durch eine Diskussion eines sehr erfahrenen Podiums der Dozenten zu aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven bezüglich Evidenz-Synthese und kausaler Inferenz in epidemiologischer Forschung.

Die folgenden 2 Tage befassten sich mit Time-Series und Spatial Analysis in Environmental Epidemiology inklusive praktischer Übungen mit Modellierung komplexer zeitlicher und räumlicher Zusammenhänge mit R.

Den Abschluss machte ein Tag zu „Climate Change and Human Health“ mit Fokus auf den Lancet Countdown Europe, Hitzewellen und Infektionserkrankungen im Kontext des Klimawandels und die Auswirkungen auf Gesundheit.

Abendspaziergang in Turin

Das ganze Modul war sehr spannend, komplex, fordernd und abwechslungsreich. Die Betreuung vor Ort (durch die verantwortlichen Personen aber auch die Mitstudierenden) war sehr herzlich und einladend. Und es blieb Abends noch etwas Zeit, um die wunderschöne Stadt und vorzügliche piemontesische Küche zu genießen.

Theresa Herrmann